Schwerpunkte
- Weitwinkel ohne Langeweile: warum ein weiter Blick ohne Vordergrund fast immer flach wirkt und wo du am Pilatus den Vordergrund findest
- Tele als Landschaftsobjektiv: Verdichtung, Luftperspektive, Gratlinien und warum 200 Millimeter oft das ehrlichere Panorama ergeben
- Lichtplanung statt Zufall: Sonnenstand, Schattenkanten und die Frage, wo du zwanzig Minuten vorher stehen solltest
- Blaue Stunde und Nacht: Langzeitbelichtung, Lichtermeer von Luzern, Sterne bei klarem Himmel
- Bildbearbeitung: Auswahl, Luminanzmasken, Farbtrennung in der Ferne und der Unterschied zwischen Bildschirm und Print
Optional: Panoramafotografie
Der Pilatus ist für Panoramen fast unfair gut geeignet. Rundumsicht ohne Störkanten, klare Horizontlinien in alle vier Himmelsrichtungen und Vordergrund, wo du ihn brauchst. Wenn dich das Thema interessiert, bauen wir es als Schwerpunkt ein, statt nur nebenbei darüber zu reden.
Wir schauen uns an, warum ein Panorama aus der Hand in der Mitte oft zerfällt, wie du den Nodalpunkt deines Objektivs bestimmst und einstellst, wie viel Überlappung du wirklich brauchst, und warum Belichtung, Fokus und Weissabgleich manuell fixiert gehören. Danach fotografierst du eine Reihe selbst, einzeilig oder mehrzeilig, und am Abend stitchen wir sie gemeinsam und schauen, wo es hakt. Software nach deiner Wahl, Lightroom reicht für vieles, PTGui kann mehr.
Sag mir beim Buchen, ob dich das Thema reizt. Wenn du einen Nodalpunktadapter besitzt, bring ihn mit. Wenn nicht, erklären wir das Prinzip trotzdem und du siehst, was der Unterschied ausmacht.
Lernziele
- Du entscheidest bewusst zwischen Weitwinkel und Tele, statt zu nehmen, was gerade drauf ist.
- Du planst eine Fotosession nach Licht und nicht nach Tagesplan.
- Du beherrschst die Handgriffe für Dämmerung und Nacht, ohne im Dunkeln im Menü zu suchen.
- Du bringst ein Bild vom RAW bis zum fertigen Ergebnis und weisst, warum du jeden Schritt gemacht hast.
- Du gehst mit einer Handvoll Bilder nach Hause, die du zeigen willst.
- Falls Panorama dein Thema ist: du nimmst eine saubere Reihe auf und bringst sie ohne Geisterbilder und Versatz zusammen.
Ablauf Tag 1
Treffpunkt um 15 Uhr an der Talstation. Wir reden kurz über deine Ausrüstung und darüber, welche Bilder du eigentlich machen willst, dann geht es hinauf.
Nach dem Check-in machen wir eine Runde über die drei Aussichtspunkte: Oberhaupt direkt über dem Hotel, Esel in einer Viertelstunde und, wenn die Verhältnisse es zulassen, das Tomlishorn über den Blumenpfad in gut einer halben Stunde. Dabei legen wir fest, wo wir am Abend stehen.
Der erste Block gehört dem Tele. Titlis und Urner Alpen im Südosten, die Berner Alpen im Südwesten, die Rigi über dem See. Bei Inversionslage ein Nebelmeer, aus dem einzelne Hügel ragen. Danach die goldene Stunde mit beiden Brennweitenbereichen im Wechsel, anschliessend die blaue Stunde, wenn Luzern anfängt zu leuchten.
Abendessen im Hotel. Danach rund 90 Minuten Bildbearbeitung: Sichtung, Auswahl, und ein Bild gemeinsam von vorne bis hinten durch. Wer danach noch mag und der Himmel mitspielt, geht nochmal raus für Sterne.
Ablauf Tag 2
Aufbruch vor Sonnenaufgang, meist Richtung Esel oder Oberhaupt. Das ist für die meisten der stärkste Block, weil die Luft morgens klarer ist und das Licht länger brauchbar bleibt als am Abend.
Danach Frühstücksbuffet, anschliessend eine knappe Stunde Abschlussbesprechung mit Bildauswahl und Bearbeitungsplan. Talfahrt gegen elf Uhr, auf Wunsch stattdessen ein geführter Abstieg.
Die genaue Planung entsteht am Vortag nach Wetterlage. Der Pilatus liefert nicht immer dasselbe, und das ist der Punkt.