Tag 1: Täschalp, Europaweg, Stellisee, Fluhalp
Wir treffen uns morgens in Zermatt und fahren mit dem Bergtaxi hinauf zur Täschalp. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine Entscheidung: Die tausend Höhenmeter aus dem Tal sind Waldweg, und sie kosten genau die Energie, die man oben besser gebrauchen kann.
Der Europaweg zieht von dort als Balkonweg über dem Mattertal Richtung Zermatt. Das Matterhorn ist ab der ersten Kurve da und bleibt den ganzen Tag. Wir gehen langsam, halten an, wo es sich lohnt, und wenn der Nachmittag warm ist, sitzen wir irgendwo eine halbe Stunde länger, als der Plan es vorsieht.
Von Sunnegga führt der Weg hinauf zum Stellisee, dem See mit der bekanntesten Spiegelung der Alpen, und von dort in fünfzehn Minuten zur Fluhalp auf 2620 Metern. Zimmerbezug, Dusche, Sonnenterrasse. Am frühen Abend gehen wir noch einmal zum See, wenn der Tagestourismus weg ist und die Ostwand des Matterhorns das letzte Licht bekommt. Abendessen um halb sieben, und danach, wenn der Himmel klar ist, ein Blick nach oben, den man im Mittelland vergessen hat.
Rund 11 km, etwa 400 bis 700 Höhenmeter je nach Variante, 4 bis 6 Stunden inklusive Pausen.
Tag 2: Findelgletscher, drei Seen, Gornergrat
Wer Lust hat, steht früh auf und geht noch einmal zum Stellisee. Im September und Anfang Oktober geht die Sonne ungefähr dann auf, wenn auf der Fluhalp das Frühstück beginnt, das passt fast zu gut zusammen. Wer lieber schläft, schläft.
Nach dem Frühstück queren wir die Moräne des Findelgletschers, dorthin, wo das Schmelzwasser ein Delta aus grauen Armen und Kiesbänken gebaut hat. Das ist eine Landschaft, die es im Tal nicht gibt und die sich von Jahr zu Jahr verändert, weil der Gletscher zurückgeht. Danach hinunter zum Grindjisee, eingerahmt von Lärchen mit dem Matterhorn in der Lücke, und weiter zum Grünsee.
Dort verlassen wir den Wanderautobahnen-Teil. Der Weg hinauf zum Gornergrat ist steil, ruhig und wird kaum begangen, weil er die Tour lang macht. Genau deshalb gehen wir ihn. Oben wartet der Gornergratsee, dann der Grat selbst auf knapp 3000 Metern, mit dem Gornergletscher, der Dufourspitze und einer Reihe von Viertausendern, die man an einem Tag nicht durchzählt.
Von dort hinunter nach Riffelberg und mit der Zahnradbahn zurück nach Zermatt. Am Nachmittag bist du im Tal, am Abend zu Hause.
Rund 10 km, etwa 700 Höhenmeter im Aufstieg, 4 bis 6 Stunden inklusive Pausen.