Neun Tage in den Schweizer Alpen

Neun Tage in den Schweizer Alpen

Von Appenzell nach Zermatt mit einem privaten Bergwanderführer

Author: Falko Burghausen
Falko Burghausen
StoriesSeptember 2026

Wie ein amerikanisches Ehepaar in einer Alpinen Wanderwoche die Schweiz entdeckt – von den windgepeitschten Graten des Appenzellerlandes bis in den Schatten des Matterhorns. Ein Erlebnisbericht.

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Es gibt einen Moment am Anfang einer guten Wanderwoche, in dem man spürt: Das wird funktionieren. Bei mir war es am ersten Abend, auf einer sonnigen Hotelterrasse unter der eindrücklichen Nordwand des Säntis, irgendwo in der Mitte des zweiten Getränks. Suzie und Rip aus Baton Rouge, Louisiana, erzählten mir gerade von einer Tour, die sie einige Zeit zuvor in Südamerika gemacht hatten – und ich dachte: Die beiden wissen, was sie tun. Und noch wichtiger: Das wird Spass machen.

Was folgte, waren fünf Tage Wandern quer durch die Schweiz, die ich so schnell nicht vergesse. Nicht weil alles nach Plan lief. Sondern weil die besten Trips das selten tun.

Wer sind Suzie und Rip?

Suzie und Rip sind Mitte sechzig, fit auf die Art, die nur Menschen sind, die seit Jahrzehnten durch Berge laufen und erfahren auf die Art, die die Arbeit als Guide wirklich schön macht. Patagonien, die Rocky Mountains, der Himalaya. Sie können ein Gelände lesen, kennen ihr Tempo, und sie hören zu, wenn ihr Guide etwas sagt.

Sie sind mit dem Flugzeug aus Baton Rouge über Zürich eingereist, haben sich am Flughafen einen Mietwagen geschnappt und sind damit selbst auf die Schwägalp im Appenzellerland gefahren. Diese Fahrt allein – vom Mittelland durch die hügeligen, glockenturmgesäumten Appenzeller Landschaften hinauf auf den Pass – ist schon für sich eine Einführung in dieses Land.

So beginnt eine private geführte Wanderwoche in der Schweiz, bevor sie überhaupt angefangen hat.

Gäste oder Freunde?

Tag 1 — Erster Drink, grosse Pläne

Schwägalp – Hotel Säntis

Wir treffen uns am späten Nachmittag auf der Hotelterrasse. Die Nordwand des Säntis steigt über uns auf – 2'500 Meter Kalk, Schatten und vertikaler Ehrgeiz – und die Sonne macht, was sie in den Appenzeller Alpen im Frühsommer am besten kann: sie gibt alles. Bei einem Drink lernen wir uns kennen, beim ausgezeichneten Abendessen im Hotelrestaurant planen wir den nächsten Tag.

Das Hotel Säntis auf der Schwägalp ist einer jener Orte, die noch besser sind als erwartet. Ein Berghotel am Fuss einer ernsthaften Nordwand, mit einem Restaurant das auch allein schon einen Umweg rechtfertigen würde. Für eine Ankunftsnacht setzt es genau den richtigen Ton.

Abendstimmung

Tag 2 — Der Schäfler, die Altenalp und ein gewagtes Experiment

Wasserauen – Seealpsee – Altenalp – Schäfler (1'925 m) – Ebenalp

Die Wanderung auf den Schäfler ab Wasserauen gehört zu den Klassikern der Appenzeller Alpen – und an einem sonnigen Sonntag im Frühsommer scheint die halbe Schweiz das zu wissen. Der Parkplatz in Wasserauen war dementsprechend ein kleiner Triumph des Optimismus über die Physik.

Aber genau hier liegt der Unterschied, wenn man mit einem privaten Guide unterwegs ist: Man weiss, wohin man will. Während ein Grossteil des Andrangs in einem Tempo aufstieg, das Freizeitwandern mit olympischem Ehrgeiz verwechselte, starteten wir in einem Rhythmus, der für eine insgesamt neuntägige Woche gedacht war – nicht für einen einzigen Tag Ruhm. Der Berg läuft uns nicht weg.

Der Seealpsee präsentierte sich böig und dramatisch. Kurzer Stop, Fotos, weiter. Dann der steile Aufstieg zur Altenalp auf 1'595 m – eine romantisch gelegene Alpwirtschaft, wo sich die Welt spürbar langsamer dreht.

Hier beschliesst Rip, ein wissenschaftliches Experiment durchzuführen: hausgemachte Limonade, direkt gefolgt von einem Glas frischer Alpmilch. Ich möchte klarstellen, dass ich dieses Vorhaben weder empfohlen noch aktiv verhindert habe. Das Experiment endete ohne Zwischenfall, was ich als kleinen medizinischen Triumph verbuche. Suzie und ich blieben vorsichtshalber zurückhaltender. Im weiteren steilen Aufstieg treffen wir auf drei junge Damen, die uns mit ernstem Blick vor dem Weitergehen warnen. Wir danken ihnen herzlich und gehen trotzdem – und siehe da: es geht gut.

Vom Schäfler-Gipfelkamm öffnet sich einer jener Ausblicke, die erklären, warum Menschen Ozeane überqueren, um in der Schweiz wandern zu gehen: Im Norden der Bodensee, darunter die grünen Appenzeller Hügel, drumherum die ganze Voralpenlandschaft. Im Gipfelrestaurant des Schäfler stärken wir uns anschliessend mit lokalen Gerichten.

Weil sich herausstellt, dass Suzies Knie bei längeren Abstiegen Feedback gibt, wählen wir für den Rückweg die smarte Variante: entspannter Abstieg zur Ebenalp und Fahrt in der steilen, eindrücklichen Seilbahn hinunter nach Wasserauen. Das Berggasthaus Äscher müssen wir damit leider auslassen – was an einem Sonntagmittag bei bestem Wetter vermutlich ohnehin die klügere Entscheidung ist, wenn man nicht von Besuchermassen überrollt werden möchte.

Den Abend lassen wir auf der Hotelterrasse und bei einem gediegenen Abendessen und in ausgezeichneter Stimmung ausklingen.

Tag 3 — Den Berg lesen

Schwägalp – Säntis via Tierwis – ca. 1'800 m

Ein erfahrener Guide plant Routen – aber er liest auch den Berg. Bedingungen ändern sich über Nacht. Was von unten machbar aussieht, kann sich aus der Nähe ganz anders präsentieren. Die Fähigkeit, im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen, mit den Gästen im Rücken, ist mehr wert als jede Vorbereitung am Schreibtisch.

Heute wollen wir zum Säntis-Gipfel (2'501 m) über die Nordseite – ein ernsthaftes Unterfangen mit ausgesetzten Stellen, Ketten und einer langen, anspruchsvollen Querung. Wir starten direkt vom Hotel, arbeiten uns in unzähligen Serpentinen unter die steilen Kalkwände hinauf. Die Atmosphäre hier ist anders als gestern: weniger Menschen, härteres Gelände, echte alpine Ernsthaftigkeit. Die Sonne kommt auf dieser Seite spät – der Schatten hält die Nordwand kühl und gibt dem Aufstieg eine eigene, konzentrierte Stimmung.

Die Ketten und Klampen in den versicherten Passagen sind bei Suzie und Rip willkommen – nicht weil sie sie brauchen, sondern weil die gute Berginfrastruktur uns erlaubt, sich auf die Bewegung zu konzentrieren statt aufs Festhalten. Mit ruhigem, stetigem Tempo gewinnen wir Höhe. Fordernd, aber nie überfordernd.

Nach dem exponierten Abschnitt lasse ich meine Gäste kurz rasten und gehe den weiteren Weg rekognoszieren. Was ich finde: Altschneefelder – hart, eisig, ausgesetzt über der Nordwand, mit weiteren dahinter. Technisch passierbar mit richtiger Ausrüstung. Ohne diese – und mit Blick auf die nachmittägliche Hitze, die den Schnee weicher und rutschiger machen würde – ist die Entscheidung klar.

Ich komme zurück. Suzie und Rip lächeln bereits, denn zwischen uns gibt es mittlerweile einen Running Gag: Es wird ernst, wenn Falko die Hände aus den Hosentaschen nimmt. Auf dem Schneefeld im Abstieg tue ich genau das und sie bemerken es sofort.

Wir drehen um – locker, entspannt, mit bester Laune. Die Aussicht ins Alpenvorland ist deswegen nicht minder schön. Der Abstieg entlang der versicherten Passagen geht schneller und unkomplizierter vonstatten, als Suzie erwartet hatte. Bald sind wir wieder im einfachen Gelände und nehmen die letzten 300 Höhenmeter zurück zum Hotel unter die Füsse.

Gestern: Alpen-Disneyland rund um den Schäfler, Menschenmassen und Postkartenmotive. Heute: eine Handvoll anderer Wanderer, die ernsthafte Atmosphäre der Säntis-Nordseite, alpine Realität. Beide Tage auf ihre Art unvergesslich.

Nicht jeder Gipfel muss erreicht werden. Jeder Gast muss sicher nach Hause kommen – und Lust haben, wiederzukommen.

Tage 4 & 5 — Das Zürich-Intermezzo

Einer der stillen Vorteile einer privaten Wanderwoche in der Schweiz ist genau dieser: Sie passt sich deinem Leben an, nicht umgekehrt. Suzie und Rip hatten eine Fachkonferenz in Zürich – lange vor unserer Wanderwoche geplant – und so haben wir sie einfach eingebaut. Zwei Tage Stadt, dann wieder Berge.

Eine gute Reise hat Luft zum Atmen. Die zwei Zürich-Tage waren kein Loch im Programm – sie waren Teil davon.

Kurse & Reisen

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Tag 6 — Luzern und die Rathausbrauerei

Luzern

Das Wiedersehen in Luzern zwei Tage später hatte eine Energie, die mich leicht überraschte – oder vielleicht auch nicht. Wenn eine Reise gut läuft, freut man sich aufeinander.

Wir beziehen unser Hotel in der Altstadt und laufen direkt zur Rathausbrauerei – ein jahrhundertealtes Brauhaus direkt am Ufer der Reuss, wo das Essen deftig, das Bier hausgebraut und die Atmosphäre exakt so ist, wie man sich ein Brauhaus neben einem mittelalterlichen Rathaus vorstellt. Danach ein gemächlicher Abendspaziergang durch die autofreie Luzerner Altstadt – über die Kapellbrücke, am Fluss entlang, unter den alten Stadtmauern hindurch – bevor wir uns früh hinlegen. Der nächste Tag wird lang.

Abendstimmung in Luzern

Tag 7 — Pilatus, Pommes Frites und ein Schweizer Zaubertrick

Luzern – Kriens – Fräkmüntegg – Pilatus Kulm (2'132 m) – Lötschberg – Grächen

Die Pilatus-Wanderung über Luzern ist eine der lohnendsten Tagestouren in der Zentralschweiz – und der klügste Ansatz an einem heissen Sommertag ist der Aufstieg ab Fräkmüntegg (1'412 m) auf der Nordseite. Wir nehmen die Seilbahn ab Kriens, stehen kurz in der Schlange mit mehreren Reisegruppen, und dann entlässt uns die Seilbahn auf der Fräkmüntegg. Die Menschenmassen lösen sich in Luft auf und fünf Minuten nach der Station sind wir allein.

Der schattige Nordanstieg ist an einem Tag mit 36 Grad im Tal ein Geschenk. Steile Querungen unterhalb des Klimsenhorns, ein paar erfrischende Bachquerungen, und Rips trocken-amerikanischer Humor über Schweizer Ingenieurskunst und amerikanische Wandergewohnheiten – die Kilometer vergehen im Flug. Dann der Sattel zwischen Klimsenhorn und Gipfel: Der Vierwaldstättersee liegt unter uns wie eine Ansichtskarte, die Alpen stapeln sich in alle Richtungen.

Die Mücken am Sattel sind genauso begeistert von uns. Wir allerdings weniger von ihnen und gehen weiter.

Der Pilatus-Gipfel ist eine andere Welt als der Aufstieg – alle Nationalitäten, alle Ausrüstungsniveaus, das gesamte Spektrum menschlichen Anstands auf engem Raum. Wir tauchen kurz ein, dann ziehen wir uns ins Restaurant Pilatus Kulm zurück – für das, was sich im Nachhinein als beste Portion Pommes Frites der ganzen Woche herausstellt. Manchmal verdient man sich das Einfache.

Die Abfahrt mit der Seilbahn schont die Knie, Kriens empfängt uns mit 36 Grad und einem Auto, das in der Sonne gestanden hat und entsprechend aufgeheizt ist.

Und dann: der Lötschberg-Autoverlad. Ich sage das ohne Übertreibung: Der Moment, in dem ein Amerikaner zum ersten Mal mit dem Auto auf einen Zug fährt, ist etwas Besonderes. Man rollt hinein. Der Zug fährt los. Es wird dunkel.

«Rip», sagt Suzie, «du musst hier NICHT lenken.»

Zwanzig Minuten später öffnet sich der Tunnel – und das Wallis passiert einfach: Das Tal, das sich unter uns auffaltet, die Rhône, die im Nachmittagslicht glitzert, und dahinter, sofort und unvermittelt, die Viertausender. Der Kontrast nach dem Tunnel ist so abrupt, dass man einen Moment braucht, um zu verarbeiten, was man sieht.

Wir fahren ins Rhonetal hinunter, dann südwärts ins Mattertal, und kommen am späten Nachmittag in Grächen an. Die Mountain Lodge liegt hoch über dem Tal in einem urchigen Walliser Bergdorf – moderne, stilvolle Zimmer, eine Terrasse mit Aussicht, die jeden Höhenmeter rechtfertigt. Das Abendessen folgt bei Sonnenuntergang auf der Terrasse eines nahegelegenen Beizli. Die Berge behalten das Licht noch lange, nachdem das Tal schon dunkel ist. Dann fallen wir alle müde ins Bett.

Aufstieg zum Pilatus

Tag 8 — Der Almageller Höhenweg und ein Upgrade in Zermatt

Saas Grund – Saas Almagell – Furggstalden – Almageller Höhenweg – Kreuzbode (2'397 m) – Zermatt

Nach dem Frühstück fahren wir ins Saastal – ein Tal, das etwas ungerechterweise im Schatten seines Nachbarn Zermatt steht, und gerade deshalb seine eigene Qualität bewahrt hat. Parkplatz in Saas Grund, Bus nach Saas Almagell, von dort zu Fuss zum Sessellift nach Furggstalden.

Der Almageller Höhenweg ist eine Tour, die belohnt. Ein Erlebnisweg mit Hängebrücken und klettersteigähnlichen Passagen führt zur Almagelleralp, von wo der Höhenweg auf rund 2'500 m die Bergflanken quert. Im Osten das Saastal. Darüber: Allalinhorn, Alphubel, Täschhorn, Dom, Lenzspitze – eine Parade der Walliser Viertausender, aufgestellt wie zum Appell.

Der Hitzesommer 2026 hat sichtbare Spuren hinterlassen: Gletscher, die weiter zurückgewichen sind als die aktuellen Karten zeigen, Schneelinien, die höher liegen als sie sollten. Man kann durch diese Landschaft laufen und die Veränderung nicht nicht wahrnehmen.

Erlebnisweg Saas Almagell

Mein Blick gilt unterdessen dem Himmel. Im Süden bauen sich Gewitter-Wolken auf – langsam, aber eindeutig. An der Almagelleralp treffe ich eine Entscheidung und teile dem bereits die Speisekarte studierenden Rip mit einem Augenzwinkern mit, dass wir direkt auf dem Höhenweg weitergehen. Aber er nimmt es mit Humor. Den Kreuzboden erreichen wir bequem vor dem Schlechtwetter und gönnen uns auf der Terrasse in aller Ruhe etwas zu essen.

Seilbahn hinunter, Bus nach Saas Grund, Auto ins Mattertal nach Täsch – dort das Gepäck in den Shuttle-Zug nach Zermatt. Das Hotelshuttle holt uns am Bahnhof ab und bringt uns in ein ruhiges Quartier ausserhalb des Trubels: das Hotel Europe Zermatt, ein Haus das Zermatt so zeigt, wie Zermatt gerne wäre, wenn nicht gerade Hochsaison ist.

Suzie und Rip verbringen nicht viel Zeit im Zimmer. Es gibt Einkäufe zu tätigen. Sie verlassen ein Outdoorgeschäft mit deutlich mehr als beim Hineingehen, und wir beschliessen den Abend im Marlo – einer Pizzeria mit einer Terrasse und direktem Sichtfeld zum Matterhorn, was die Rechnung zu einer rein formellen Angelegenheit macht.

Tag 9 — Fünf Seen, ein blockierter Zug und ein letztes Mittagessen auf 2'222 m

Zermatt – Sunnegga _ Fünf-Seen-Wanderung _ Fluhalp _ Riffelalp – Gornergratbahn

Der Plan: der Europaweg ab Täsch – eine spektakuläre Höhenwanderung mit dem Matterhorn als Dauerbegleitung bis nach Sunnegga. Eine der bekannten Routen im Wallis.

Am Bahnhof Zermatt erfahren wir, dass die Strecke nach Täsch durch einen Pannenzug blockiert ist. Leider gibt es keinen Zeitplan für die Wiedereröffnung.

Hier verdient ein privater Guide seine Planungspauschale. Binnen weniger Minuten entsteht ein neuer Plan. Standseilbahn hinauf zur Sunnegga (2'288 m), von dort die Fünf-Seen-Wanderung in der anderen Richtung. Gleiche Aussicht, anderer Weg. Kein Problem.

Die Fünf-Seen-Wanderung ab Sunnegga ist wohl die meistfotografierte Wanderung rund um Zermatt – die Sequenz von Bergseen, in denen sich das Matterhorn spiegelt, ist ein Bild, das man nicht glaubt, bis man davor steht. Wir haben strahlend blauen Himmel nach den gestrigen Gewittern und eine Route, die gut besucht, aber nie überfüllt ist.

Am Stellisee – dem berühmtesten der Seen – kommen uns Touristen entgegen und fragen, wo denn der Stellisee sei. Sie stehen fünfzig Meter davor. Wir zeigen ihnen natürlich brav die Richtung an.

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Es geht vorbei am Berggasthaus Fluhalp ohne Einkehr und weiter am Grindjesee entlang, durch lichte Lärchenwälder, die etwas Mittelalterliches und sehr Ruhiges haben, bis zum Grüensee und dann hinunter zur Riffelalp – und zum letzten gemeinsamen Mittagessen der Woche.

Das Riffelalp Resort liegt auf 2'222 m und betreibt einen Luxus, den man am Ende einer Wanderung nicht unbedingt erwartet. Wir sitzen unter riesigen Sonnenschirmen auf der Terrasse, essen langsam und gut, das Matterhorn über uns, der Gornergletscher im Osten, die Woche hinter uns.

Zwischen dem Resort und der Haltestelle der Gornergratbahn gibt es eine hoteleigene Zubringerbahn – eine kleine elektrische Bahn, die diese rund 500 Meter überbrückt. Rip schaut sie an. Wir schauen Rip an und müssen lachen. Er geht am Ende aber doch zu Fuss.

Die Gornergratbahn bringt uns zurück nach Zermatt – offene Wagen, Bergkulisse, langsame Rückkehr ins Tal. Am Bahnhof verabschieden wir uns. Suzie und Rip bleiben noch eine Nacht im Hotel Europe, fahren am nächsten Morgen selbst weiter nach Lausanne – problemlos, wie ich erfahre.

Das Matterhorn im Rücken

Ich fahre heim ins Unterwallis. Die Berge bleiben, wo sie sind.

Was neun Tage in den Schweizer Alpen wirklich bedeuten

Appenzell, Luzern, Saastal, Zermatt. Vier Regionen. Vier völlig verschiedene Landschaftscharaktere. Ein privater Guide.

Ein Plan, der sich angepasst hat – an Schneefelder über dem Säntis, an Suzies Knie am Schäfler, an eine Konferenz in Zürich, an einen blockierten Zug in Zermatt, an Gewitter-Wolken über den Saaser Viertausendern. Die Wanderwochen, die ich nicht vergesse, sind nicht die, bei denen alles nach Plan lief. Sondern die, bei denen sich etwas verändert hat – und wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Suzie und Rip sind als erfahrene Wanderer angereist. Sie fahren nach Hause mit Ecken der Schweiz im Gepäck, die die meisten Besucher nie sehen – und mit dem Wissen, dass jemand sie sicher dorthin geführt hat, in ihrem Tempo, mit allem Organisatorischen im Griff.

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Über Falko Burghausen

Falko Burghausen

Falko ist ganzjährig in den Bergen zuhause, ob auf Hochtouren, beim Klettern, auf Tourenski, im Eis oder auf alpinen Trails. Im Winter zieht es ihn zusätzlich auf die Langlaufloipe. Als Swiss Athletics Trailrunning Instructor bringt er dir effizienten, sicheren und flowigen Laufstil näher und befindet sich parallel in der Ausbildung zum UIMLA Bergwanderführer beim VDBS. Ausgestattet mit seiner Kamera hält er als mehrfach international ausgezeichneter Fotograf die grossen Momente des Draussenseins fest – voller Emotion, Weite und echter Abenteuerlust.

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