Wanderung auf den Schäfler via Seealpsee

Wanderung auf den Schäfler via Seealpsee

Einzigartige Rundtour in den Appenzeller Alpen

Author: Falko Burghausen
Falko Burghausen
StoriesSeptember 2026

Die Wanderung von Wasserauen über den Seealpsee zum Schäfler führt durch drahtseilgesicherte Passagen und alpine Rastplätze zu einer der schönsten Aussichten der Appenzeller Alpen, mit Blick bis zum Bodensee.

Privat geführte Wanderungen

ab550 CHF

pro Tag für 1 Person
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Privat geführte Wanderungen

Appenzeller Alpen

Drahtseile, Steilstufen und ein bisschen Respekt vor der Höhe? Mit einem privaten Guide an deiner Seite lässt sich der Schäfler abseits der ausgetretenen Pfade entspannt und sicher meistern.

Zum Angebot

Nach dem zehnten Parkplatzschild habe ich aufgehört zu zählen. Rip vermutet, dass die Bauern hier ihr Geld weniger mit Milch und Käse verdienen als mit dem Vermieten ihrer Wiesen an Wanderer mit Auto. Vermutlich hat er recht. Die eigentlichen Parkplätze in Wasserauen sind längst voll, und wir rumpeln über eine Wiese auf eine abgezäunte Fläche, die heute als Parkplatz herhalten darf. Oder muss, je nachdem, wen man fragt.

Eines vorweg: Wer eine stille, beschauliche Wanderung mutterseelenallein in den Schweizer Alpen sucht, sollte um Wasserauen, den Seealpsee und den Schäfler einen grossen Bogen machen, zumindest im Sommer und ganz bestimmt am Wochenende. Die pittoreske Landschaft der Appenzeller Alpen lockt regelmässig Heerscharen von Ausflüglern an, und im schmalen Talkessel von Wasserauen wird es dann schnell einmal eng.

Der Wanderweg fackelt nicht lange und legt sich gleich am Anfang mächtig ins Zeug. Knapp 300 Höhenmeter trennen Wasserauen vom bekannten Seealpsee auf 1'142 m. Die Alpstrasse zieht ordentlich an, und wir lassen es bewusst gemütlich angehen. Während um uns herum geschnauft und gekeucht wird, unterhalten wir uns entspannt und teilen uns die Kräfte so ein, dass nach dem Seealpsee noch etwas übrig bleibt. Nach rund 45 Minuten sind wir da, gemeinsam mit einem fiesen Gegenwind, mit dem in diesem geschützten Talkessel niemand gerechnet hätte. Am Ufer tummeln sich unzählige Menschen, und das Gasthaus Seealpsee lädt zu einem ersten Zwischenstopp ein. Wir bleiben standhaft. Vorerst.

Steiler Aufstieg in Richtung Schäfler

Was die Kühe auf den Weiden von diesem Getümmel halten, wissen wir nicht. Auf jeden Fall sehen sie uns am Ende des Sees den Wanderweg Richtung Alpwirtschaft Altenalp einschlagen, der uns in steilen Serpentinen Meter um Meter nach oben bringt. Rund 450 Höhenmeter sind zu überwinden, stellenweise im mit Drahtseilen gesicherten Gelände und mit einer Aussicht über das tief eingeschnittene Tal von Wasserauen, die mit jeder Kehre besser wird.

Die Alpwirtschaft Altenalp auf 1'595 m ist unser erster Rastplatz auf der Wanderung zum Schäfler. Sie liegt auf etwa zwei Dritteln der Strecke zum beliebten Aussichtsgipfel, und hier kann man sich mit traditionellen Alpprodukten stärken, den Kuhglocken und dem Appenzeller Dialekt zuhören und zusehen, wie der Alltag ganz weit unten im Tal zurückbleibt. Frische Alpmilch und hausgemachte Limonade bringen uns in Form für die letzten steilen 350 Höhenmeter.

Alpwirtschaft Altenalp

Steil ist bekanntlich relativ. Der Wanderweg von der Altenalp auf den Schäfler ist es aber ganz ohne Diskussion und Schwindelfreiheit absolute Grundvoraussetzung für diese Tour. Unterhalb der markanten Südwestwand des Schäfler windet sich der Pfad nach oben, teilweise mit Drahtseilen und Eisenstiften gesichert. Das liegt nicht allen, wie die bestürzten Warnungen einer entgegenkommenden Gruppe eindrücklich belegen. Wir bleiben gelassen, sind gut vorbereitet und nehmen die Schlüsselpassage Schritt für Schritt. Meine beiden Gäste Rip und Suzie meistern sie souverän und stehen wenige Minuten später auf ihrem ersten Gipfel in den Schweizer Alpen, mitten in ihrer privaten Wanderwoche. So darf eine Premiere aussehen.

Schwindelfreiheit erwünscht

Der Gipfel des Schäfler belohnt uns mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Appenzeller Berge und endlosen Blicken ins Alpenvorland. Vom Säntis bis zum Schäfler bilden die Berge die erste Bastion hoher Gipfel hinter dem Bodensee und türmen sich bis auf 2'500 m über dem Flachland auf. Der Blick wandert über die Schweiz, Deutschland und Österreich und verliert sich irgendwo im Dunst jenseits des Bodensees.

Endlose Aussicht

Das Berggasthaus Schäfler direkt unterhalb des Gipfels empfängt uns mit einer erstaunlich grossen Auswahl an Speisen und Getränken. Auf der grossen Hüttenterrasse lässt es sich hervorragend entspannen, den Blick schweifen lassen und die eben verbrannten Kalorien mit bestem Gewissen wieder auffüllen.

Der Weiterweg führt stetig bergab Richtung Ebenalp, wo sich ein Abstecher zum weltbekannten Berggasthaus Äscher anbietet. Mit unserer kleinen Gruppe lassen wir diesen Abzweig am heutigen Wochenende links liegen, die halbe Welt scheint dort ohnehin schon Schlange zu stehen. Stattdessen beenden wir unsere Wanderung knieschonend an der Bergstation der Ebenalp-Seilbahn, die uns exponiert und eindrücklich in wenigen Minuten zurück ins Tal nach Wasserauen bringt. Wo unser Auto hoffentlich noch auf seiner Wiese steht.

Die Tour auf den Schäfler kannst du auch mit deinem privaten Guide buchen und dich voll und ganz auf die Aussicht fokussieren, während Organisation, Routenplanung, Wetter und Verhältnisse komplett übernommen werden. Kontaktiere mich einfach für mehr Informationen.

Informationen zur Route

Schäfler via Seealpsee und Altenalp
T3 (E2)

Die Route auf den Schäfler (1'925 m) ist steil, eindrücklich und passagenweise mit Drahtseilen und Eisenstiften versichert. Trotz der teilweise grossen Besuchermassen ist es eine stellenweise ausgesetzte Wanderung, die Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt.

Zahlen & Fakten

Schwierigkeitsgrad

Ernsthaftigkeit

Markierung

Zeitbedarf

Aufstieg

Abstieg

Höchster Punkt

Schäfler (1'925 m)

Distanz

9 km

Region

SchweizAppenzeller Alpen

Aktivität

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Mit einem erfahrenen Guide erlebst du diese Tour mit neuen Eindrücken und dem guten Gefühl, sicher unterwegs zu sein.

Ab Wasserauen folgt man dem gut ausgeschilderten Wanderweg in Richtung Seealpsee. Der steile Anstieg verläuft grösstenteils auf der Alpstrasse, nur ein kurzes Stück zwischen P. 915 und P. 961 lässt sich auf einem Wanderweg umgehen.

Der Seealpsee wird nordseitig passiert und bei P. 1147 wird die Alpstrasse in Richtung Norden verlassen. Ab hier folgt man dem stellenweise steilen und ausgesetzten Wanderweg (kurze Passagen mit Drahtseilen) hinauf in Richtung Altenalp (1'525 m). Ab der Altenalp beginnt der schwierigste Teil des Weges, der äusserst steil, ausgesetzt und mit Drahtseilen und Eisenstiften versichert in Richtung Gipfel des Schäfler führt. Am Gipfelgrat erreich man den von Westen vom Läden her kommenden Wanderweg und folgt diesem nun östlich für wenige Meter um den Gipfel des Schäfler herum. Der eigentliche Gipfel wird über einen kurzen Wanderweg erreicht, während das Berggasthaus Schäfler einige Meter unterhalb liegt.

Der Abstieg folgt dem Weg in Richtung Ebenalp und führt unschwierig via P. 1830 zu einer Alphütte bei P. 1724. Hier verzweigt sich der Weg: man folgt nun dem Weg geradeaus in Richtung Ebenalp. Es folgt eine lange Querung bis P. 1630, wo entweder in einem kleinen Bogen am Berggasthaus Ebenalp entlang oder direkt zur Bergstation der Ebenalp Seilbahn abgestiegen wird.

Der Wanderweg im Aufstieg auf den Schäfler ist mit T3 einzustufen. Der Abstieg zur Ebenalp kann mit T2 bewertet werden.

Bereits der erste Teil des Weges ab dem Seealpsee verläuft steil und stellenweise ausgesetzt. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind ab hier zwingend Voraussetzung.

Ab der Altenalp wird es bis zum Gipfel nicht mehr einfacher, der Weg ist steil, ausgesetzt und mit Trittstufen, Drahtseilen und Eisenstiften versichert. Der Untergrund ist loser Schotter und kann ohne ausreichende Erfahrung heikel sein. Das letzte Stück zum Grat erfordert den dezenten Einsatz der Hände, während auf der nun folgenden Querung um den Gipfel herum Schwindelfreiheit ein Muss sind.

Die gesamte Route ab dem Seealpsee bis zum Gipfel ist bei Nässe oder Schnee äusserst heikel. Die Region der Appenzeller Alpen ist bekannt für schwere Bergunfälle mit Wanderern und sollte trotz ihres pittoresken Ambiente nicht unterschätzt werden.

Beste Jahreszeit

Ab Juni bis in den Herbst, solange die Route schneefrei ist. Bei Schneeresten kann die Wanderung auf den Schäfler schnell heikel werden, durch die grösstenteils südseitige Ausrichtung sind der grösste Teil des Weges normalerweise gut begehbar. Besonderes Augenmerk sollte man auf die nordseitige und sehr exponierte Passage am Gipfelgrat des Schäfler legen, die bei Schnee äusserst heikel sein kann.

Generell ist die Wanderung auf den Schäfler aufgrund der Steilheit nur bei trockenen Verhältnissen zu empfehlen.

Anfahrt

Von Appenzell aus folgt man der Strasse nach Weissbad und weiter ins Tal hinein bis nach Wasserauen. Die Strasse ist gut markiert. Die Appenzeller Bahnen verkehren ab St. Gallen und Urnäsch bis nach Wasserauen.

Ausgangspunkt

Ausgangspunkt ist Wasserauen auf 868 m. Der kleine Ort kann gut mit dem Zug oder auch mit dem Auto erreicht werden, wobei die begrenzte Menge an Parkplätzen insbesondere in den Sommermonaten und am Wochenende beachtet werden sollte.

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Gut zu wissen

Der Aufstieg führt am bekannten und fotogenen Seealpsee vorbei

Gemütlicher Zwischenstopp an der Altenalp möglich

Eindrückliche Aussicht ins Alpenvorland vom Schäfler Gipfel

Gipfelrestaurant am Schäfler mit grosser Auswahl an Speisen und Getränken

Es ist möglich, einen Abstecher zum Berggasthaus Äscher zu machen

Datum der Informationen

Juni 2026

Unsere Partner

beAnywhere ist verifizierter Partner und Autor bei Outdooractive. Folge uns für noch mehr Inspirationen und detaillierte Tourentipps.

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Über Falko Burghausen

Falko Burghausen

Falko ist ganzjährig in den Bergen zuhause, ob auf Hochtouren, beim Klettern, auf Tourenski, im Eis oder auf alpinen Trails. Im Winter zieht es ihn als Swiss Snowsports Schneesportlehrer zusätzlich auf die Langlaufloipe. Als Swiss Athletics Trailrunning Instructor bringt er dir effizienten, sicheren und flowigen Laufstil näher und befindet sich parallel in der Ausbildung zum UIMLA Bergwanderführer beim VDBS. Ausgestattet mit seiner Kamera hält er als mehrfach international ausgezeichneter Fotograf die grossen Momente des Draussenseins fest – voller Emotion, Weite und echter Abenteuerlust.

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